Jaguar Bahn Ahrend


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Berichte

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Menschen aus dem Peiner Land

Konrad Ahrend jr. und Corinna Beinhorn sind Schausteller mit Leib und Seele:
"Wenn es still ist, fehlt uns etwas!"

Seit 1978 betreibt die Schausteller-Familie Ahrend die Jaguar-Bahn, die inzwischen "schon Kult Charakter hat", wie Konrad Ahrend jr. es ausdrückt.


PEINE-SCHMEDENSTEDT. Für Schausteller ist jetzt im Winter Ruhezeit - sollte man annehmen. Doch bei dem Versuch, mit Konrad Ahrend junior einen Termin zu machen, wird man schnell eines Besseren belehrt.


"Jetzt muß ich die Feste für die nächste Saison "besorgen", muß mich bewerben, mich vorstellen und Verträge machen", beschreibt der 33-Jährige seine Winterarbeit.
Bis zum 30. Dezember waren seine Lebensgefährtin und er unterwegs, der letzte Standplatz war ein Weihnachtsmarkt. Schon Anfang März geht es mit dem ersten Frühlingsmarkt weiter.
Das sind nur rund acht Wochen, um sich zu erholen und um die Wagen, die Zugmaschinen und vor allem die "Jaguar-Bahn", eine Berg- und Talbahn, die seit 1978 im Besitz der Schaustellerfamilie ist, zu überholen und auf Vordermann zu bringen. "Wenn man es gut pflegt, kann so ein Karussell ewig halten", betont Ahrend. "Unsere Jaguar-Bahn hat schon so etwas wie Kult-Charakter!"
Konrad Ahrend und Corinna Beinhorn sind Schausteller mit Leib und Seele. "Nach dem Krieg fing mein Opa mit einer Berg- und Talbahn an. Erst hat mein Vater das Unternehmen weitergeführt, dann habe ich es übernommen", sagt Ahrend nicht ohne Stolz.
"Kämpfen müssen wir alle", antwortet Ahrend ein wenig ausweichend auf die wirtschaftliche Situation. Durch den Euro seien viele Preise deutlich angestiegen. Die TÜV-Abnahme für die "Jaguar-Bahn" zum Beispiel habe noch vor wenigen Jahren 300 DM gekostet. Inzwischen schlage sie mit 350 Euro zu Buche. Und die Preisentwicklung für Diesel treibt die Kosten ebenfalls nach oben.
Das Zuhause der Familie ist auch jetzt im Winter der Wohnwagen, den Beinhorns Vater - ebenfalls ein Schausteller - gebaut hat. Durch einen Trick kann man ihn nach dem jeweiligen Transport auf komfortable 65 Quadratmeter Wohnfläche erweitern: Alle Räume lassen sich wie Schubladen zu den Seiten ausziehen. Während der Fahrt werden sie einfach nach innen geschoben, so daß der 20 Tonnen schwere Wagen keine Überbreite hat.
Mit Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer und natürlich Küche und Bad steht moderner Wohnkomfort zur Verfügung. Einziger Unterschied zu einer "normalen" Wohnung ist der Grundriß: Die Zimmer sind naturgemäß alle hintereinander angeordnet, es gibt keinen Flur. Und das Kinderzimmer ist winzig.
"Aber Schaustellerkinder sind meistens draußen. Sie haben ja den schönsten Abenteuerspielplatz vor der Haustür", lacht Corinna Beinhorn.

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Ein kleines Jubiläum

1999 gab es bei Familie Ahrend aus Peine/Schmedenstedt, ein kleines Jubiläum zu feiern: Seit 20 Jahren reist die Familie mit ihrer Jaguarbahn.

Erworben hatte man das Mack-Pfostengeschäft im Jahr 1979 von Schausteller "Hans Rosenzweig" aus Nürnberg.

Dieses Unternehmen wird auch im 1974 erstellten Baubuch als Erstbesitzer ausgewiesen. Bei dem jetzigem Baubuch handelt es sich allerdings um die zweite Ausfertigung, denn gebaut wurde diese Bahn schon im Jahre 1960 für das Schweizer Schaustellerunternehmen "Jeanrenaud-haeseli", das das Geschäft dann 1962 an die Firma "Roos" aus dem Saarland verkaufte. Diese reiste nur eine Saison mit dem Jaguar, danach verloren sich die Spuren der Anlage. Vermutlich reiste sie wieder im Ausland, worauf das 1974 von Mack neu ausgestellte Baubuch schließen läßt. Unter Regie von "Hans Rosenzweig" gastierte die Jaguarbahn dann unter anderem regelmäßig auf den Festplätzen in Bamberg, Deggendorf, Amberg, Eichstätt und Erlangen.

Erster Platz der Bahn unter der Leitung von Konrad Ahrend war 1979 das Helmstedter Volksfest. Nach einer Saison wurde das Geschäft dann erstmals umgebaut und optisch aufgefrischt. Später wurde der komplette Chaisenzug ausgetauscht und gegen einen moderneren ersetzt. Wie sich das Outfit der Jaguarbahn im laufe der vergangenen 20 Jahre veränderte, dokumentieren die unten abgebildeten Fotos. Heute ist die Bahn längst ein Evergreen, und im Reisegebiet der Ahrends, dem Harzer Raum, Braunschweig, Peine, Salzgitter und vielen anderen, hat der Jaguar längst so etwas wie einen Kultstatus inne. Mehr noch- es gibt sogar einen eigenen "Jaguar-Fanclub" in Salzgitter, der 1990 gegründet wurde und dem an die 15 enthusiastische Jaguar-Fans angehören. Mit von Familie Ahrend gesponsorten T-shirts und Base-caps ausgestattet reisen sie der Bahn während der Saison in viele Gastspielorte nach und kennen das Geschäft in- und auswendig.

Betrieben wird der Jaguar mittlerweile von Konrad Ahrend junior, der mit erfrischender Rekommandation und guter Musikauswahl das Optimum aus dem Geschäft herausholt und dem man seine Freude an der Arbeit und mit dem Geschäft zweifellos anmerkt.

Zum Umsetzen der Jaguarbahn sind 3 Transporte erforderlich, für den Aufbau benötigen Konrad Ahrend Junior und seine Mannschaft, wenn es schnell gehen muß- anderthalb Tage. Ausgestattet mit vielen interessanten Lichteffekten und einer zeitgemäßen, originellen Bemalung, läuft die Bahn heute noch genauso gut wie vor 20 Jahren und der Zuspruch der jungen und junggebliebenen Fahrgästen ist nach wie vor ungebrochen. Und nicht selten kommt es vor, daß die Teenie-Fahrgäste von gestern heute selbst Kinder haben und mit ihnen genußvoll eine runde in der Jaguarbahn drehen.....


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Unpassend? Jaguar-Bahn muss weg


Trotz Genehmigung: Schausteller Konrad Ahrend musste seine Jaguar-Bahn wieder abbauen.


Nach Hoffmann-Kritik "einvernehmliche Regelung" mit Schausteller: Blick auf Burg soll frei bleiben


Schausteller Konrad Ahrend war verblüfft: Nach gerade beendeter Montage seines Fahrgeschäfts für die heute beginnenden Hanse-Tage musste er die Schraubenschlüssel wieder auspacken und direkt wieder abbauen. Nach massiver Kritik von Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann an der Genehmigung für die "Jaguar-Bahn" direkt vor der Burg schritt die Stadtmarketing GmbH ein.

"So ein Aufbau darf in einer Stadt, die Europas Kulturhauptstadt 2010 werden will, nicht den Blick auf die bedeutendsten Bauwerke verstellen. Ich bin verärgert, dass die Genehmigung für die Bahn von meiner Verwaltung unkritisch und unsensibel erteilt wurde", sagt Hoffmann. Seine intern geäußerte Kritik führte letztlich zur sofortigen Demontage.

Grund für den plötzlichen Ärger sind nach Meinung des Oberbürgermeisters "Fehleinschätzungen untergeordneter Stellen im Rathaus". Er habe angeordnet, dass derartige Entscheidungen künftig über den Tisch von Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink zu gehen hätten.

"Auch andere Betriebe, die für die Hanse-Tage aufgestellt wurden, passen nicht zum Burgplatz, wie etwa eine lila Eisdiele direkt vor dem Dom", bemängelt Hoffmann weiter.

Die Kinder-Karussells auf dem Weihnachtsmarkt seien mit den Dimensionen der Jaguar-Bahn nicht zu vergleichen. Sie passten noch zum Burgplatz-Ensemble, so Hoffmann. Bereits mehrfach hat der Oberbürgermeister gefordert, den Burgplatz nur noch für "kulturell verträgliche Veranstaltungen" zu nutzen.

Eigentlich sollte der Peiner Konrad Ahrend mit seinem Fahrgeschäft (19 Meter im Durchmesser) eine Attraktion für Jugendliche während der drei Aktionstage in der Innenstadt werden. Ahrend hatte einen Vertrag und die Genehmigung der Stadt in der Tasche.

Er hätte nicht ziehen müssen, aber er akzeptierte eine "einvernehmliche Regelung" mit der Stadtmarketing GmbH, wie Erich Rosenstädt, Vorsitzender des Schaustellerverbandes, bestätigt. Ein anderer Standplatz während der Hanse-Tage war für die Jaguar-Bahn nicht mehr möglich. Die Schausteller haben indes kein Verständnis für das Vorgehen.


Was schon wieder so spät au, au.................Wollt auch Ihr ne webseite dann meldet euch bei Tschabo99@freenet.de | Jaguar-Bahn@web.de

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